Volle Belastung – Wenn Personalmangel und Kürzungen zum Schulnotstand werden

Geschrieben am 06.06.2026
von Franca Stadelmeier, Jana Schmitt, Simone Spöttle


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Ein Brandbrief aus München-Hasenbergl lässt die Alarmglocken schrillen: Eine Förderschule fordert endlich wirksame Maßnahmen.

Bayerns Schulen gelten offiziell als gut ausgestattet – doch die Realität, besonders in München, erzählt eine andere Geschichte. Seit Jahren stemmen sonderpädagogische Fachkräfte den Betrieb nur noch mit Notlösungen: Sie springen für fehlendes Personal ein, arbeiten über ihre Belastungsgrenzen hinaus und fangen den Wegfall externer Angebote auf.

In einem Brandbrief wird drastisch geschildert, wie sich die Lage zuspitzt: Klassen werden zunehmend von Studierenden, Quereinsteiger:innen oder Lehrkräften ohne sonderpädagogische Ausbildung geführt – engagierten Menschen, die jedoch kaum eingearbeitet werden, schlechter verdienen und ausgebildete Fachkräfte nicht ersetzen können. Die Folge: brüchige Strukturen, mangelnde Kontinuität und rudimentärer Unterricht.

Der Mangel wirkt sich längst auf das gesamte System aus. Klassenzusammenlegungen, Unterrichtsausfall, Kürzungen im Ganztag, fehlende Fächer und instabile Bezugspersonen prägen vielerorts den Alltag. Ein verlässliches Basisangebot ist kaum aufrechtzuerhalten – der Bildungs- und Erziehungsauftrag gerät massiv ins Wanken.

Gleichzeitig brechen außerhalb der Schulen wichtige Stützpfeiler weg: Soziale Einrichtungen kürzen Angebote, Therapie- und Fördermaßnahmen haben jahrelange Wartezeiten, Plätze in Tagesstätten, Jugendwohngruppen oder Kliniken sind knapp. Familien bleiben mit steigenden Belastungen allein, Kinder verlieren Halt und Orientierung, Lernlücken wachsen.

Zwar haben Politik und Verwaltung auf den Brandbrief reagiert – doch zahlreiche Förderschulen bestätigen: Die bisher ergriffenen Maßnahmen greifen kaum. Die Kluft zwischen politischen Aussagen und schulischer Realität wächst, während Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeitende zunehmend erschöpfen. Viele wollen ihren Beruf langfristig ausüben, sehen aber ohne sofortige Verbesserungen schwarz für die Zukunft des Bildungssystems.

Die Forderungen für die Förderschulen sind klar: mehr sonderpädagogisch geschultes Personal, finanzielle Mittel für Hilfskräfte und Ausstattung, flexible Einsatzmöglichkeiten für pädagogische Fachkräfte, stabile Ganztagsstrukturen, bessere Arbeitsbedingungen, mehr Ressourcen für Therapie und Förderung sowie transparente Wirksamkeitskontrollen politischer Maßnahmen. Bildung muss endlich echte Priorität bekommen!

Fazit: Die Förderschule am Limit ist kein Zeichen des Scheiterns, sondern ein dringender Weckruf. Ohne entschlossenes Handeln drohen Unterrichtsalltag, Gesundheit der Beschäftigten und Chancen der Kinder und Jugendlichen weiter zu zerbröckeln. Schulen brauchen jetzt verlässliche Unterstützung – damit Bildung für alle möglich ist.