Viele Mitglieder des MLLV versammelten sich Anfang Juni in der urigen Jagdstube im Augustiner-Keller.
Martin Schmid, erster Vorsitzender des MLLV, begrüßte die Gäste mit einer knackigen Rede zu den aktuellen schulpolitischen Entwicklungen. Er spracht von einer derzeit organisierten Überforderung von oben an den Schulen: Dazu zählen beispielsweise die Verfassungsviertelstunde, das Startchancen-Programm, die Hymnenpflicht und vieles mehr. Aufgaben werden nach unten weitergeleitet, wodurch es zwar mehr Eigenverantwortung und Gestaltungsspielräume gebe, aber auch notwendige Ressourcen an anderen Stellen aufgebraucht würden. Die bildungspolitische Zukunftsformel bestehe aus Mangel und Mehrarbeit. Schmid ruft deshalb zum Eigenschutz auf, indem er sagt „einfach mal Dinge nicht machen“.
Er erklärt aber auch, dass vieles gemacht werde, weil der Lehrerberuf für viele eine Berufung sei. Man führe lieber aus als lange zu diskutieren. Es gebe eine erschreckende Zahl dienstunfähiger Lehrkräfte und außerdem werde der hohe Einsatz von Grundschullehrkräften an der Mittelschule noch lange andauern. Eine gut funktionierende Personalvertretung sei deshalb so wichtig wie nie zuvor. Der tief verankerte vorauseilende Gehorsam sei dem System immanent (vergleiche Ablauf des Referendariats), wodurch permanente Unsicherheit entstehe. Deshalb sei eine starke Personalvertretung notwendig, um der permanenten Verunsicherung vorzubeugen. Schmid ruft auch dazu auf, sich den Rat der Schulrät/innen einzuholen, die auch eine beratende Funktion hätten. In Anspielung an die Resilienzkarten aus dem Kultusministerium, die in den Lehrerzimmern auslagen, äußert Schmid: „Der Sturm wird immer stärker, dann wäre jetzt ein Rettungsboot notwendig“ und „mit Mut beginnen die schönsten Geschichten – mit einer Teilzeitgenehmigung beginnen auch schöne Geschichten“. Da Lehrkräfte systemrelevante Superhelden seien, brauche es eine gute Personalvertretung. Diese und auch der MLLV würden weiter mit einer konfrontativen Diplomatie agieren.
Im Anschluss an die Rede Schmids stimmte Gerd Nitschke mit einem motivierenden Wahlkampfbeitrag auf die Personalratswahlen ein. Nachdem er einige große Verdienste des BLLV und der Personalvertretung auf der Ebene des BPR (Bezirkspersonalrat bei der Regierung von Oberbayern ansässig) und HPR (Hauptpersonalrat beim KM ansässig) hervorhob (Erfolgreiche Klage gegen Einführung des Arbeitszeitkontos bei Grundschullehrkräften, Einführung von A13, Einsatz für verbesserte Bedingungen bei der dienstlichen Beurteilung, der BLLV habe die Zahl der 70 000 Mitglieder gerissen) endete er mit den Worten: „Wir sind für euch da, wählt den BLLV, dann geht es uns auch weiterhin gut.“
Im Anschluss gab es genügend Zeit für Austausch und Vernetzung bei gutem Essen, kühlen Getränken und bester Stimmung.
Eine Mitgliederversammlung sorgt für ein Zusammengehörigkeitsgefühl der MLLV-Mitglieder und schweißt uns als Gemeinschaft enger zusammen. Es tut gut, sich über aktuelle schulpolitische Themen auszutauschen, weil man merkt, dass man beim MLLV in der aktuellen Situation nicht alleine gelassen wird. Durch inhaltlich geschliffene und interessante Reden, hochwertige Verpflegung und ein geselliges Beisammensein versucht der MLLV seinen Mitgliedern für ihre langjährige Treue etwas zurückzugeben. Der MLLV ist jederzeit für seine Mitglieder da, darauf ist Verlass!