Die Fachgruppe Ausbildungslehrkräfte (Corinna Reindl und Katharina Riedrich) zeichnete für die kommunikative Veranstaltung verantwortlich. Das abwechslungsreiche Programm zog einige Betreuungslehrkräfte von Lehramtsantwärter/innen und einige Praktikumslehrkräfte an, sodass man in einem großen, den Ebertsaal füllenden, Sitzkreis Platz nahm.
In einer ersten Phase des Austauschs übernahm Seminarleiter Bernhard Herold zum Thema „Feedback geben mit dem Werte- und Entwicklungsquadrat“. Dieses Tool wurde von Schulz von Thun entwickelt und hilft den Ausbildungslehrkräften dabei, ein hilfreiches und förderndes Feedback zu geben. Dabei werden immer zwei Extreme zu einem Mittelweg austariert, um eine leistungsförderliche Rückmeldung geben zu können. Zu jedem positiven Persönlichkeitsmerkmal (z. B. Nähe) findet man ein „Schwestermerkmal“ (z. B. Distanz), um zu viel Kumpelhaftigkeit, die ins Negative umschlagen kann, in die richtige Balance zu bringen.
In einer zweiten Phase des Austauschs stellten Dr. Clemens Maria Schlegel und Dr. Laura Hirn ihr gemeinsames Projekt EduMento vor. Durch die Anwendung der Edu- Mento-App wird eine Brücke vom Hörsaal (Studierende) in die Klasse (Studierende absolvieren ein Praktikum an der Schule) und zurück gebaut. Kriterien guten Unterrichts werden mittels der App in konkrete Handlungen übertragen. Dazu wird aus Analysebögen für Unterrichtsqualität ein Punkt herausgenommen, auf den man sich besonders bei der Beobachtung von Unterricht (Praktikant/innen, Lehramtsanwärter/innen) fokussiert. Dieser Fokus betrifft dann sowohl die Planung des Unterrichts (Mentee) als auch die Bewertung des Unterrichts (Mentor). Die Beobachtungen können dabei direkt online eingetragen werden und elektronisch an den oder die Mentee übermittelt werden. Dies kann beim konstruktiven Feedback helfen als auch als Kommunikationsplattform zwischen Mentor und Mentee dienen. Nach Aussage von Dr. Schlegel bietet die App „ein elektronisches Paket für Praktikumslehrer/innen, Betreuungslehrer/innen aber auch für Kolleg/innen bei gegenseitiger Supervision.“ Die App ist seit zwei Wochen online und komplett kostenlos. Dr. Laura Hirn, die die App den Teilnehmer/innen der Fortbildung in der Praxis vorstellt, beschreibt das Ziel der App: Ziel sei es über guten Unterricht ins Gespräch zu kommen. Über den folgenden Link https://www.mzl.lmu.de/edumento/de/ gelangt man zur Homepage und dann auch direkt zur App. Auf der Homepage stehen Online-Fortbildungen, an deren Ende man sich ein Zertifikat ausdrucken kann, zur Verfügung. Es gibt dort auch einige Videos zum Thema „Was ist guter Unterricht?“. Um den Umgang mit der App zu üben empfiehlt Dr. Hirn zunächst ein Mentor- und ein Mentee-Profil anzulegen, damit man sich selbst den Ball zuspielen kann und beide Seiten kennenlernt. Es gibt in der App nun drei Tools, auf die man zugreifen kann: Beobachtungsauftrag, Analysebogen und Unterrichtsplan. Der Unterrichtsplan ist der komplexeste Part, denn er verschränkt den Analysebogen mit dem Beobachtungsauftrag. Es geht aus Mentee-Sicht darum, in welcher Phase des Unterrichts, welcher Qualitätsaspekt umgesetzt werden soll. Die App sei ein Dokumentations- und Kommunikationsmittel, so Dr. Hirn. Man kann z. B. für den/die Mentee einen Beobachtungsauftrag anlegen und ihm/ihr zuschicken mit der Bitte, den Fokus bei der Unterrichtsplanung auf diesen bestimmten Aspekt zu legen. Die Analyse zwischen Mentor und Mentee erfolgt dann zunächst getrennt, wird dann aber zusammengefügt. Dieses zusammengefügte Ergebnis kann dann als Basis für ein Gespräch dienen. Sinn der Analysebögen ist ein gutes Gespräch, ein Fachgespräch über Unterrichtsqualität. Es liegt dabei in der Verantwortung des Mentors, solche Analysebögen auszuwählen, die den Lernbedarf des Mentees wiederspiegeln.
Probiert die App doch einfach selbst einmal aus!
Ein großes Lob gebührt den Organisatorinnen Corinna Reindl und Katharina Riedrich für die tolle Veranstaltung!
Andre Grenzebach, Pressereferent