Personalrat wählen statt Basta-Politik! 2026 entscheidet unsere Mitbestimmung!

Geschrieben am 08.02.2026
von kommunikation


Top-down-Politik von oben oder demokratische Mitbestimmung von unten?
Die HJAV-Wahlen vom 27. bis 29. Januar 2026 und die Personalratswahlen am 23. bis 25. Juni 2026 sind kein Formalakt! Sie sind unsere Antwort.
Jetzt ist der Moment, Haltung zu zeigen.

Wenn Politik nach dem Prinzip Ansage von oben funktioniert, braucht Demokratie eine klare Antwort von unten. In Bayern erleben wir seit Jahren eine Schulpolitik, die auf Durchregieren setzt: zentral gesteuert, eng geführt, mit klarer Erwartungshaltung, aber zu selten mit echter Beteiligung derjenigen, die Schule täglich tragen. Der Ton kommt von ganz oben, insbesondere vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Unten, in den Schulen, sollen wir liefern. Umsetzen. Abhaken.

Doch Schule ist kein Verwaltungsakt. Und Lehrkräfte sind keine nachgeordneten Ausführenden.

Wer täglich im Klassenzimmer steht, weiß: Gute Schule entsteht nicht durch Verordnung, sondern durch Verantwortung. Durch professionelle Erfahrung. Durch Mitsprache. Genau deshalb ist Mitbestimmung kein Nebenschauplatz, sondern der demokratische Kern unseres Berufs. Und genau deshalb ist der Personalrat ein unverzichtbares Korrektiv dort, wo Macht ausgeübt wird.

Zu oft erleben wir das Gegenteil: Entscheidungen werden verkündet, nicht erklärt. Maßnahmen werden beschlossen, ohne die Realität vor Ort ernsthaft einzubeziehen. Belastungen werden hingenommen, als seien sie naturgegeben. Das ist keine Partnerschaft auf Augenhöhe. Das schafft Distanz. Und Demokratie verkümmert dort, wo Beteiligung zur Pflichtübung wird.

2026 ist deshalb ein Schlüsseljahr.


Die HJAV-Wahlen vom 27. bis 29. Januar 2026 gaben jungen Kolleginnen und Kollegen eine Stimme, früh, sichtbar und dort, wo über ihre berufliche Zukunft entschieden wird. Es freut uns sehr, dass die Wahlbeteiligung hier sehr gut war! Unsere neuen Kolleg*innen haben es vorgemacht! Dafür bedanken wir uns!
Die Personalratswahlen vom 23. bis 25. Juni 2026, entscheiden darüber, wie stark die demokratische Vertretung der Lehrkräfte insgesamt ist. Diese Wahlen bestimmen, ob Mitbestimmung gelebt wird, oder ob sie auf dem Papier stehen bleibt.

Personalräte vertreten unsere Interessen bei Arbeitszeit, Belastung, Versetzungen, Beurteilungen, Gesundheitsschutz. Sie widersprechen, wenn Grenzen überschritten werden. Sie verhandeln, wenn andere nur anordnen wollen. Sie sorgen dafür, dass Lehrkräfte nicht einzeln, sondern gemeinsam auftreten. Aber ihre Stärke hängt davon ab, ob wir ihnen Rückhalt geben.

Wer nicht wählt, verzichtet auf Einfluss.
Wer sich heraushält, überlässt anderen das Feld.
Wer schweigt, macht es denen leicht, die Schule von oben steuern wollen.

Gerade in Zeiten, in denen politische Führung gern Entschlossenheit demonstriert, braucht Demokratie Menschen, die nicht applaudieren, sondern einfordern. Mitbestimmung heißt nicht Bequemlichkeit. Mitbestimmung heißt Verantwortung, auch dann, wenn sie unbequem ist.

Und genau hier steht der MLLV.
Als Münchner Lehrer- und Lehrerinnenverband stehen wir für eine Schule, die nicht verwaltet, sondern gestaltet wird. Für Lehrkräfte, die nicht Objekt politischer Entscheidungen sind, sondern Subjekt demokratischer Mitbestimmung. Für Personalräte, die nicht geduldet, sondern gebraucht werden.

Unser Anspruch ist klar:
Demokratie endet nicht am Schultor.
Sie beginnt dort.

Die Wahlen 2026 sind kein Termin im Kalender. Sie sind eine Standortbestimmung.

Wer nicht macht, wird gemacht.

Es grüßt Sie herzlich

Martin Schmid

1.Vorsitzender