Wie das Getriebe eines Busses wirken Verbindungslehrkräfte an Grund-, Mittel- und Förderschulen daran mit, die Kraft, die Power und die Ziele des MLLV auf die Schulen zu übertragen (Plakate aufhängen, auf Veranstaltungen aufmerksam machen), aber gleichzeitig auch dringende Anliegen und Bedürfnisse an den Schulen aufzunehmen (offenes Ohr ins Kollegium) und an den Verband zurückzumelden, um das Wirken des MLLV mitzusteuern und am Laufen zu halten.
Martin Schmid, 1. Vorsitzender des MLLV, und Isabel Franz, 2. Vorsitzende des MLLV, begrüßten gemeinsam mit der Organisatorin des Nachmittags, Nicole Hayduk (Beauftragte für Verbindungslehrkräfte im MLLV), die Verbindungslehrerinnen und -lehrer in der BLLV-Villa am Bavariaring. Schmid und Franz betonen dabei die Wichtigkeit der Verbindungslehrkräfte für den MLLV: „Danke, dass Sie Verbindungslehrkräfte an Ihren Schulen sind und somit den MLLV vor Ort sichtbar machen.“ Die Beziehung zu den Lehrkräften und den Schulen sei für den MLLV das Allerwichtigste, denn das Sichtbarwerden des Verbands an den Schulen funktioniere nur über gute Beziehungen. Der MLLV ist für die Lehrkräfte da! Dabei ist allerdings ein schneller Informationsfluss zwischen Schulen und Verband notwendig. Als Schaltzentrale wird an dieser Stelle die Wichtigkeit der Verbindungslehrkräfte deutlich. Laut Schmid verfolge der MLLV das sogenannte 2-Wege-Prinzip: Schulen werden regelmäßig von den MLLV-Vorsitzenden besucht, Schulen sind allerdings auch herzlich dazu aufgerufen, den MLLV einzuladen. Schmid und Franz nutzten die Gelegenheit des Treffens mit den Verbindungslehrkräften auch, um auf die im Juni anstehenden Personalratswahlen aufmerksam zu machen. Dabei werden alle ca. 200 Münchner Grund-, Mittel- und Förderschulen vom MLLV abgefahren, um die ausgefüllten Wahlunterlagen vor Ort gesammelt abzuholen. Schmid ruft zu höherer Wahlbeteiligung auf: „Gehen Sie wählen und machen Sie von Ihrer demokratischen Pflicht Gebrauch!“ Das MLLV-Vorsitzenden-Duo informiert die Gäste der Veranstaltung weiterhin darüber, dass die kommende Personalversammlung des ÖPR (Örtlicher Personalrat) von 14 Uhr auf 12.30 Uhr vorverlegt werden soll. Auch solche Infos könnten durch Verbindungslehrkräfte weitergetragen werden. Schmid klärt auf, dass man sich bei Problemen an den Schulen vor Ort zunächst an den zuständigen Schulrat/die zuständige Schulrätin wenden solle, die auch eine beratende Funktion hätten. Wenn das Problem dann nicht ausreichend gelöst sei, stünden dann mit Rat und Tat der ÖPR oder der BLLV/MLLV zur Seite (auch bei rechtlichen Fragen). Somit könne ein größeres Selbstbewusstsein unter den Lehrkräften aufgebaut werden, denn der Personalrat und der MLLV würden die Rechte und Pflichten der Lehrkräfte kennen. Wenn man beispielsweise mit der dienstlichen Beurteilung nicht zufrieden sei, könne man innerhalb einer Frist von zwei Wochen nach Eröffnung, eine Einwendung gegen die Beurteilung beim Vorgesetzten/bei der Vorgesetzten einreichen. Weitere derzeit drängende Themen und Probleme wurden anschließend im Plenum besprochen:
- Sprachstandserhebungen: Nicht zielführendes Bürokratiemonster, das wahrscheinlich nicht so schnell wieder abgeschafft wird, obwohl die Ressourcen für gezielte Anschlussförderung fehlen
- Einschränkung der familienpolitischen Teilzeit ab dem 1. September 2027 für bayerische Beamte (Senkung der Altersgrenze des Kindes von 18 auf 14 Jahre)
- Überlastung des MSD (Mobiler Sonderpädagogischer Dienst): Antrag da, aber Testung fehlt
- Immer mehr Kinder mit Förderbedarf in Regelklassen der Grund- und Mittelschulen
- Die Fürsorgepflicht des Dienstherrn an sich muss bei allen Problemen und Hürden des Schulalltags viel stärker im Mittelpunkt stehen
- Überlastungsanzeigen müssen gestellt werden: Die Mehrbelastung, die jede Lehrkraft immer wieder auf sich nimmt, hält das System am Laufen. Es muss auch mal gesagt werden, dass es so nicht mehr weitergeht, anstatt in einem hierarchischen System ständig alles recht machen zu wollen
Als Highlight des Nachmittags wurde als kleines Dankeschön für die äußerst wichtige Arbeit der Verbindungslehrkräfte an den Schulen vor Ort unter Leitung des äußerst kompetenten Stadtführers Alexander Kardaschenko (offizieller Guide der Landeshauptstadt München) eine 90-minütige Stadtrundfahrt mit einem eigens angemieteten Bus veranstaltet. Die Stadtrundfahrt war äußerst unterhaltsam und die Teilnehmer/innen haben garantiert etwas über München erfahren, das sie vorher noch nicht wussten. Einige interessante Fakten in Auswahl:
- Die Statue der Bavaria auf der Theresienwiese war bis ins 19. Jahrhundert eine der größten freistehenden Statuen der Welt
- Der Mittlere Ring ist insgesamt ca. 29 Kilometer lang und verbindet zentrale Orte der Münchner Innenstadt
- Der Münchner Hauptbahnhof ist einer der größten Bahnhöfe der Welt rein nach der Anzahl seiner Plattformen
- Grundsteinlegung der Bauten für die Olympischen Spiele 1972 am 14. Juli 1969: 1972 (nach ca. drei Jahren) ist der gesamte Olympiapark fertiggestellt
- Das BMW-Gebäude gegenüber des Olympiaparks gleicht einem Vierzylinder und wird BMW-Vierzylinder genannt
- Der Olympiaturm soll noch in diesem Jahr fertig saniert sein
- Der Olympiapark ist der drittgrößte Park in München (nach dem Englischen Garten und dem Nymphenburger Schlosspark)
- Das Bewerbungsverfahren des Münchner Olympiaparks als UNESCO-Weltkulturerbe könnte erst im Jahr 2036 abgeschlossen sein (Herausragendes Beispiel für Architektur und Landschaftsplanung)
- Die Architektur in der Ludwigstraße stammt von den beiden Architekten Leo von Klenze und Friedrich von Gärtner
- Die vier Prachtstraßen Münchens sind die Brienner Straße, die Ludwigstraße, die Maximilianstraße und die Prinzregentenstraße
- Es gibt in München noch drei erhaltene Stadttore der mittelalterlichen Stadtmauer: Isartor, Karlstor und Sendlinger Tor
- Papa Schmid (Josef Leonhard Schmid), nach dem die Papa-Schmid-Straße in München benannt ist, war ein Münchner Puppenspieler und Leiter des Münchner Marionettentheaters (Blumenstraße 32)
- Graf Franz von Pocci, Namensgeber der Poccistraße in München, schrieb zahlreiche Puppenspiele für das Marionettentheater von Papa Schmid (Bezeichnung als „Kasperlgraf“)
Durch die Stadtrundfahrt wurden den Verbindungslehrkräften tolle Geschichten über München offenbart. Lasst uns auch über unsere Geschichten an den Schulen näher zusammenrücken und zusammenwachsen. Denn nur durch die Arbeit der Verbindungslehrkräfte, durch das Getriebe, bleibt der MLLV-Bus auf Kurs!
Ein großes Lob gebührt der Organisatorin Nicole Hayduk für die tolle Veranstaltung!
Meldet euch gerne bei uns, wenn es an eurer Schule noch keine Verbindungslehrkraft gibt und ihr gerne Verbindungslehrkraft werden wollt!
Andre Grenzebach, Pressereferent


