Die Wochenplan-Methode

Geschrieben am 13.02.2025
von kommunikation


Die Wochenplan-Methode ist eine offene Unterrichtsform, die den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, ihre Lernprozesse selbstständig zu organisieren. Dabei erhalten sie für einen bestimmten Zeitraum – meist eine Woche – einen Plan mit Aufgaben aus verschiedenen Fächern oder Lernbereichen. Wann und wie oft eine Klasse innerhalb einer Woche Zeit für die Bearbeitung dieser Aufgaben bekommt, kann variabel festgelegt werden. In diesem Rahmen entscheiden die Kinder dann selbst, wann und in welcher Reihenfolge sie die Aufgaben bearbeiten.
Die Methode fördert das eigenverantwortliche Lernen, stärkt die Selbstorganisation und bietet Raum für individuelle Förderung.

Ablauf im Unterricht:

  1. Vorbereitung und Einführung:
    • Die Lehrkraft erstellt einen Wochenplan mit verschiedenen Aufgaben aus mehreren Fachbereichen oder themenspezifischen Schwerpunkten.
    • Der Plan kann Pflicht- und Wahlaufgaben enthalten, um eine flexible Bearbeitung zu ermöglichen.
    • Die Klasse erhält eine Einführung in die Methode sowie Hinweise zur Zeitplanung und Selbstorganisation.
  2. Eigenständige Bearbeitung:
    • Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in ihrem eigenen Tempo an den Aufgaben des Wochenplans.
    • Sie können selbst entscheiden, in welcher Reihenfolge sie die Aufgaben bearbeiten.
    • Die Lehrkraft steht als Begleitung zur Verfügung, gibt Hilfestellung und bietet bei Bedarf zusätzliche Unterstützung.

        3. Zwischenstand und Reflexion:

  • Nach einer bestimmten Zeit können kurze Reflexionsphasen eingeplant werden, in denen die Kinder ihren Fortschritt überprüfen.
  • Bei Bedarf können Anpassungen vorgenommen oder offene Fragen besprochen werden.
  1. Abschluss und Auswertung:
    • Am Ende der Woche reflektieren die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit: Welche Aufgaben wurden gut bewältigt? Wo gab es Schwierigkeiten?
    • Die Lehrkraft kann Feedback geben und gemeinsam mit der Klasse überlegen, wo Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich der Lernorganisation bestehen.

Einsatzmöglichkeiten im Unterricht:

  • Fächer:
    • Mathematik: Bearbeitung verschiedener Übungsaufgaben zu einem Themengebiet.
    • Deutsch: Schreibaufgaben, Leseverständnisübungen oder kreative Texte.
    • Sachunterricht/Naturwissenschaften: Eigenständiges Erforschen eines Themas mit Experimenten oder Rechercheaufträgen.
    • Fremdsprachen: Vokabelübungen, Hörverständnis, kleine Schreibprojekte.
  • Themen:
    • Wiederholungs- und Vertiefungsphasen zur individuellen Festigung von Lerninhalten.
    • Differenzierte Aufgabenstellungen für verschiedene Leistungsniveaus.
    • Projekte, bei denen eigenständig Lernziele erreicht werden sollen.

Differenzierungsmöglichkeiten:

  • Für leistungsschwache Kinder:
    • Vereinfachte Aufgaben oder zusätzliche Hilfestellungen.
    • Strukturierte Tagespläne anstelle eines gesamten Wochenplans.
    • Möglichkeit, sich gezielt Unterstützung durch die Lehrkraft oder Mitschülerinnen und Mitschüler zu holen.
  • Für leistungsstarke Kinder:
    • Herausfordernde Zusatzaufgaben oder offene Forschungsaufträge.
    • Möglichkeit, eigene Lernprojekte in den Wochenplan zu integrieren.
    • Selbstständige Organisation mit individuellen Zielsetzungen.
  • Sprachförderung:
    • Bereitstellung von Hilfsmaterialien wie Wortlisten oder Satzanfängen.
    • Einbindung von Hörverstehensaufgaben und Sprachübungen.
    • Partnerarbeit zur Unterstützung beim Verstehen und Lösen der Aufgaben.

Die Wochenplan-Methode bietet eine hohe Flexibilität und ermöglicht es den Kindern, Verantwortung für ihre Lernprozesse zu übernehmen. Sie fördert Selbstständigkeit, Zeitmanagement und individuelle Lernwege – wichtige Kompetenzen für das lebenslange Lernen.

Autorin: Meike Fuchs, Abteilung Berufswissenschaft